Chirurgie: Eingriff statt Medikamente
Unter Chirurgie versteht man die medizinische Fachrichtung, die Krankheiten und Verletzungen nicht mit Medikamenten, sondern durch einen Eingriff direkt in den Organismus des Patienten zu heilen versucht.
Die Chirurgie ist ein enorm großes Fachgebiet, denn sie umfasst praktisch alles, bei dem in der Medizin "Hand angelegt" werden muss. Chirurgen werden in dementsprechend vielen Fällen tätig. Sie kommen nach Unfällen und Verletzungen zum Einsatz, etwa Gefäßchirurgen und Neurochirurgen, um Beschädigungen der Organe zu reparieren. Bei Krebs entfernen sie Tumore operativ, damit diese sich nicht weiter ausbreiten. Chirurgen behandeln Patienten mit Fehlbildungen, amputieren Gliedmaßen, holen Babys auf die Welt und führen Organtransplantationen durch.
Viele Chirurgen spezialisieren sich auf ein bestimmtes Fachgebiet und bilden sich dementsprechend jahrelang weiter. Es gibt die verschiedensten Bereiche, die sich allerdings stellenweise überschneiden. Immer wichtiger wird die minimal-invasive oder auch "Schlüsselloch"-Chirurgie. Dabei wird eine Sonde in den Körper des Patienten eingeführt, so dass für die Operation oft nur ein kleiner Schnitt nötig ist. Größere Wunden können so vermieden werden.
Chirurgie ist dabei beileibe keine Erfindung der Neuzeit. Es gibt Schädelfunde aus der Steinzeit, die belegen, dass schon damals am Kopf Operationen durchgeführt wurden, die die Patienten auch überlebten. Über die Erfolgsrate bei den Operationen und die Lebensqualität der Behandelten lässt sich natürlich nicht besonders viel aussagen. Die Operationen wurden sogar in Höhlenmalereien festgehalten.
Nicht viel mehr ist über den Erfolg der Chirurgen aus der Antike, aus Griechenland, Rom und Ägypten bekannt. Zumindest aber verschiedene Operationswerkzeuge aus dieser sind erhalten. Sie unterscheiden sich oft erstaunlich wenig von ihren modernen Gegenstücken.