Geburt

Die Geburt ist der Abschluss der monatelangen körperlichen Ausnahmesituation Schwangerschaft. Die Schwangerschaft ist für den Körper der Frau Hochleistungssport – nur weil er von der Natur dafür angelegt ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es einfach wäre. Dasselbe gilt für die Geburt. Zwar passen in der Regel der Körper der Schwangeren und ihr Baby so gut zusammen, dass eine natürliche Vaginalgeburt kaum ein Problem sein sollte. Es gibt aber immer wieder Umstände, unter denen medizinische Hilfe bis hin zum Kaiserschnitt nötig ist.

Es ist immer noch nicht völlig klar, warum eine Geburt zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfindet. Die Aussage "Es liegt an den Hormonen" ist ebenso vage wie möglich, schließlich werden die meisten Vorgänge im Körper in gewisser Weise von Hormonen gesteuert. Neuere Meinungen besagen, dass das Kind selbst den Anstoß für den Geburtsbeginn gibt, wenn es körperlich weit genug ausgereift ist.

Der vom Arzt berechnete Geburtstermin liegt jedenfalls 280 Tage nach der Befruchtung – an diesem Termin kommen aber nur etwa 5% aller Kinder wirklich zur Welt. Die meisten Kinder werden in einem Zeitraum von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Termin geboren.

Schwangerschaft und Geburt sind natürliche Vorgänge, die allerdings durch die starke medizinische Umsorgung in den letzten Jahrzehnten fast so ähnlich wie Krankheiten wahrgenommen werden. Bei einer problemlos verlaufenden Schwangerschaft gibt es keinen Grund, Probleme bei der Entbindung zu vermuten. Deswegen ist auch eine Geburt außerhalb des Krankenhauses möglich, etwa in einem Geburtshaus oder gar im Heim der Schwangeren. Eine Hebamme sollte allerdings immer dabei sein. Sie kann sicherstellen, dass die Entbindung optimal verläuft, und im Notfall wird sie die Gebärende in ein Krankenhaus oder zum Arzt bringen.

Die Schwangere und gegebenenfalls ihr Partner bereiten sich natürlich auch auf die Geburt vor. Dabei sind viele Dinge zu bedenken: Wo soll die Geburt stattfinden? In welcher Position will ich entbinden – im Bett, in einem Wasserbecken, auf einem Geburtshocker? Wie stehe ich zu den Wehenschmerzen? Will ich sie ertragen oder möchte ich eine Periduralanästhesie (PDA)? In jedem Fall ist es da gut, einen Geburtsplan zu erstellen, auf dem genau festgehalten wird, wie die Geburt idealerweise ablaufen soll und welche Maßnahmen man im Notfall wünscht. Dies kann unter Umständen für den Partner, die Hebamme oder auch den Arzt eine große Hilfe sein.