Nachteile Kaiserschnitt

Jede Operation birgt ganz eigene Risiken, da ist auch der Kaiserschnitt keine Ausnahme. In der Regel werden Operationen aber nur dann durchgeführt, wenn das zu erwartende Risiko von dem zu erwartenden Nutzen mehr als aufgewogen wird.

Bei jeder Operation kann etwas schief gehen. Jeder Chirurg, jeder Anästhesist und jede OP-Schwester kann einen Fehler machen. Aber auch, wenn das ganze Team saubere Arbeit leistet, kann ihnen die Natur noch einen Strich durch die Rechnung machen. Die Risiken bei einem Kaiserschnitt sind wie bei jeder Operation: Wundheilungsstörungen, Infektionen, und ungünstige Narbenbildung können immer vorkommen.

Nach einem Kaiserschnitt dauert es natürlich einige Wochen, bis die Wunde verheilt ist. Für viele Mütter ist es besonders schlimm, dass sie anfangs ihr Baby kaum hochnehmen und herumtragen können, weil ihnen die Wunde zu starke Schmerzen bereitet. Der Heilungsprozess nach einer gut verlaufenen spontanen Geburt ist deutlich kürzer, einfach weil es da nichts gibt, was verheilen muss.

Zwar gilt der alte Grundsatz "Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt" heute nicht mehr, Sie können also, auch nachdem Sie schon einmal einen Kaiserschnitt hatten, in weiteren Schwangerschaften meist spontan entbinden. Trotzdem besteht bei einem Kaiserschnitt das Risiko, dass sich in der Gebärmutter Narben bilden, die dann bei weiteren Schwangerschaften zu Problemen führen können.

Entgegen der landläufigen Meinung hindert ein Kaiserschnitt auch nicht die Mutter-Kind-Bindung. Wichtig ist dabei, dass die Mutter und Kind auch nach dem Kaiserschnitt ausreichend Zeit miteinander verbringen können.

Was allerdings etwas gehindert wird, ist der Milcheinschuss. Da bei einem Kaiserschnitt nicht die entsprechenden Hormone ausgeschüttet werden, kann es einen Tag länger dauern, bis die Milch einschießt. Ein gesundes Kind bringt aber aus dem Mutterleib ausreichend Reserven mit, um diese Durststrecke zu überstehen, dieser Nachteil des Kaiserschnitts ist also für Mutter und Kind in der Regel gut zu verkraften.

Viele Mütter empfinden den Kaiserschnitt auch als eine Art Versagen. Gerade wenn es ein Notkaiserschnitt war, können sich die Angst um das Kind, der Kontrollverlust über die Situation, und das Bedauern darüber, die geplante Geburt so nicht "geschafft" zu haben vermischen und psychische Probleme verursachen.

Für das Kind sind die Risiken beim Kaiserschnitt geringer als für die Mutter. Es kann aber bei der Operation verletzt werden und wird dann mit kleineren Wunden geboren, die aber meist von unkompliziert abheilen.

Problematisch ist für Kinder, die mit Kaiserschnitt zur Welt kommen, dass ihre Lungen oft noch nicht ausgereift sind. Dies ist aber kein Risiko des Kaiserschnitts an sich, sondern liegt vielmehr daran, dass das Kind teilweise sehr früh geholt wird. Kaiserschnitt-Kinder müssen deshalb häufig beatmet werden.