Erbkrankheiten

Unter Erbkrankheiten versteht man Krankheiten, die durch ein verändertes Gen oder gleich mehrere veränderte Gene ausgelöst werden. Sie werden von einer Generation auf die nächste vererbt. Zu den Erbkrankheiten gehören Albinismus, Mukoviszidose, Chorea Huntington (der "Veitstanz"), die Bluterkrankheit und die Rot-Grün-Blindheit. Zahllose andere Erbkrankheiten sind weithin unbekannt, weil sie so selten sind.

Nicht alle genetisch bedingte Erkrankungen sind aber auch gleichzeitig Erbkrankheiten. Es gibt auch spontane, individuell auftretende genetische Krankheiten wie beispielsweise das Down-Syndrom, das sich auch nur selten vererbt.

Ebenfalls vererbt werden Veranlagungen für bestimmte Krankheiten. Das bedeutet, dass die betroffene Person zwar nicht zwangsläufig erkrankt, aber ihr Risiko gegenüber dem einer Person ohne diese Veranlagung viel höher ist. Wer weiß dass er erblich "vorbelastet" ist, kann dann versuchen der Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung entgegenzusteuern, beispielsweise durch eine geänderte Lebensweise.

Zu den Krankheiten, die nicht wirklich vererbt werden, die aber familiär gehäuft auftreten, gehören beispielsweise verschiedene Allergien, Migräne, Diabetes, Schizophrenie und Osteoporose.

Unterschiedliche Erbkrankheiten folgen verschiedenen Erbgängen, werden also auf unterschiedliche Weise vererbt. Manchmal reicht es, wenn ein Elternteil Träger der bestimmten Erbkrankheit ist, damit auch das Kind die Krankheit erbt. In anderen Fällen müssen dafür zwei Träger zusammenkommen. Einige Krankheiten treten nur bei jeweils Männern oder Frauen auf, da die Vererbung an das X- oder seltener an das Y-Chromosom geknüpft ist.

In neuester Zeit wird verstärkt versucht, lebensbedrohliche oder gar tödliche Erbkrankheiten durch Pränataldiagnostik oder Präimplantationsdiagnostik auszuschließen. Bei der Pränataldiagnostik wird das ungeborene Kind im Mutterleib untersucht, bei der Präimplantationsdiagnostik werden durch künstliche Befruchtung entstandene Embryos untersucht, bevor sie der Mutter eingepflanzt werden.

Da die Ursachen von Erbkrankheiten im veränderten Erbgut liegen, sind sie natürlich nicht heilbar, zumindest heute noch nicht. Nur die Symptome können behandelt werden. Das gelingt aber teilweise so gut, dass auch Menschen mit Erbkrankheiten fast völlig normale Leben führen können, von regelmäßiger Medikamentenabnahme abgesehen.