Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Der Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen beim Mann und ist für etwa zehn Prozent der von Krebs verursachten Todesfälle bei Männern verantwortlich. Die bösartigen Tumore gehen von der Prostata aus und verursachen im Frühstadium keine Beschwerden. Später können dann Störungen beim Entleeren der Blase auftreten, ebenso starker Harndrang und Erektionsstörungen.

Die Ursachen für das Prostatakarzinom sind noch ungeklärt, aber es sind mehrere Risikofaktoren bekannt, die das Auftreten der Erkrankung begünstigen können. Vor allem scheint es eine genetische Disposition zu geben, wie bei vielen Krebserkrankungen. Wer direkt mit einem an Prostatakrebs erkrankten Mann verwandt ist, hat selber ein doppelt so hohes Risiko ebenfalls zu erkranken. Je mehr Verwandte betroffen sind, desto höher ist das Risiko.

Auch das Alter hat einen gewissen Einfluss. Die überwältigende Mehrheit der an einem Prostatakarzinom leidenden Männer sind über 60 Jahre alt. Des weiteren werden auch ethnische Faktoren, die Ernährung, der Hormonspiegel und eine Belastung durch Strahlung für den Prostatakrebs verantwortlich gemacht.

Wird das Karzinom frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen relativ gut. Darum wird allem Männern über 50 zu einem jährlichen Screening geraten, wenn sie familiär vorbelastet sind sogar schon ab 45. Trotz der guten Vorsorge-Angebote wird ein gutes Drittel der Tumore erst zu spät erkannt, weil die Krebsvorsorge nicht genutzt wird – möglicherweise aus falscher Scham oder aus Angst.

Der Prostatakrebs wird durch eine Tastuntersuchung, Blutuntersuchung und Biopsie diagnostiziert. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie werden herangezogen.

Die Heilungschancen bei Prostatakrebs sind vor allem dann gut, wenn der Tumor sich auf die Prostata beschränkt und noch keine Metastasen gebildet hat. Die klassische Methode ist die Entfernung der Prostata mitsamt Samenblase und den nahe liegenden Lymphknoten in einer Operation.

Bei der Strahlentherapie gibt es grundsätzlich zwei Methoden: die herkömmliche Bestrahlung von außen, oder das Einsetzen von radioaktivem Material in die Prostata, die somit sozusagen von innen bestrahlt wird (Seed-Implantation).

Sehr schonend für den Organismus ist eine neuere Behandlungsmethode bei Prostatakrebs. Dabei wird das Karzinom mit hochintensivem fokussierten Ultraschall erhitzt und zerstört.

Da auch das Hormon Testosteron das Wachstum eines Prostatakarzinoms fördert, wird in manchen Fällen eine so genannte chemisch oder seltener sogar eine chirurgische Kastration durchgeführt. In beiden Fällen sinkt der Testosteronspiegel, aber die chirurgische Kastration ist natürlich nicht reversibel. Die Nebenwirkungen bei dieser Methode sind beträchtlich, und das Karzinom kann sich als resistent erweisen, so dass es zu keiner echten Heilung kommt.

Wenn in einem fortgeschrittenen Stadium keine Heilung mehr möglich ist, beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome, speziell auf die Reduzierung der Schmerzen.

Die Heilungsaussichten und die Lebenserwartung hängen immer vom Tumortyp, der Tumorgröße und der eventuellen Metastasenbildung ab. Vorsorgeuntersuchungen sind daher sehr wichtig, um den Tumor noch rechtzeitig zu entdecken, bevor er Metastasen bildet.