Migräne
Die Beschwerden bei Migräne sind vielseitig. Am verbreitetsten ist davon ein halbseitiger, pulsierender Kopfschmerz. Dieser Schmerz tritt bei den meisten Migräne-Patienten regelmäßig auf und wird von Übelkeit, Erbrechen, und Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen (Licht, Geräusche, Gerüche) begleitet. In Migräne-Anfall kann zwischen wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern.
Jeder Zehnte leidet an Migräne, einer neurologischen Erkrankung; Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer, auch Kinder können schon an Migräne leiden.
Viele Betroffene erkennen schon vor einem Migräneanfall ihre eigenen Vorboten. Häufig ist das die so genannte Migräneaura, die aus verschiedenen Wahrnehmungsstörungen besteht, die bei jedem Patienten unterschiedlich sein können.
Zu dieser Aura gehören verschiedene Sehstörungen (Lichtblitze, blinde Stellen im Gesichtsfeld) ebenso wie Probleme mit dem Gleichgewicht, Sprachstörungen, ein verändertes Geruchsempfinden und auch Missempfindungen in den Gliedmaßen und im Gesicht, beispielsweise ein Kribbeln oder eine veränderte Wahrnehmung von Berührungen.
Die Ursachen der Migräne sind noch nicht wirklich geklärt. Eine genetische Veranlagung scheint aber zumindest teilweise beteiligt zu sein, da Migräne familiär gehäuft auftritt. Auslöser der Anfälle scheinen aber bestimmte Botenstoffe im Gehirn zu sein, vor allem ein gestörter Serotonin-Haushalt wird für Migräneattacken verantwortlich gemacht.
Eine andere Theorie: Durch die Entzündungen von Nervenfasern reizen bestimmte Substanzen die Schmerzrezeptoren im Hirn, und es kommt zu den Migräne-Kopfschmerzen.
Die jeweiligen Auslöser von Migräneanfällen, auch Trigger genannt, können unterschiedlich sein, es gibt aber verschiedene äußerliche Reize, die bei Betroffenen fast immer Migräne auslösen. Dazu gehören Stress, Nikotin und Alkohol und hormonelle Schwankungen. Auch manche Lebensmittel werden zu diesen Triggern gezählt, etwa Rotwein, Erdnüsse, scharfe Gewürze und Schokolade. Viele Migränepatienten lernen ihre Trigger zu erkennen und können sie dann oft auch vermeiden.
Ein klassischer Migräneanfall gliedert sich in vier Phasen:
Vorphase: Die Migräne kündigt sich durch Reizbarkeit, Hungerattacken oder Appetitlosigkeit an
Auraphase: Die Migräneaura macht sich bemerkbar
Schmerzphase: Die typischen Migränekopfschmerzen beginnen. Meistens konzentrieren sich die Migränekopfschmerzen auf eine Kopfseite. Sie sind pulsierend, pochend oder stechend, bei Bewegungen werden sie schlimmer.
Abschlussphase: Die Symptome klingen zwar ab, aber bis zur vollständigen Erholung kann es noch bis zu einem Tag dauern.
Die Behandlung der Migräne teilt sich auf in die vorbeugende Behandlung zwischen den Anfällen, und der Therapie der akuten Migräneanfälle.
Die Vorbeugung besteht hauptsächlich im Vermeiden der bekannten Trigger. In sehr schlimmen Fällen kann auch mit Medikamenten den Anfällen vorgebeugt werden. Das kommt etwa dann in Frage, wenn Sie mehr als drei Anfälle pro Monat haben, die Anfälle länger als drei Tage dauern, und wenn ihre Lebensqualität durch die Krankheit erheblich beeinträchtigt ist.
Wenn Sie Ihre persönlichen Trigger nicht kennen, ist es vielleicht hilfreich ein Schmerz-Tagebuch zu führen. Darin können Sie aufschreiben, wann welche Symptome aufgetreten sind, und die Anfälle in Zusammenhang mit Ihrer Lebensweise (Ernährung, Stress, Schlafgewohnheiten) bringen. Oft kann dies zur Klärung beitragen.
Im akuten Fall können hochdosierte Schmerzmittel, rechtzeitig eingenommen, die schlimmsten Beschwerden verhindern. Seit einiger Zeit sind gegen Medikamente mit Triptanen erhältlich, die die Wirkung des Serotonins bekämpfen. Diese Medikamente sind gleichzeitig auch gegen Übelkeit und Erbrechen wirksam.
Unterstützend zur Einnahme von Medikamenten können Sie den Migräneanfall leichter überstehen, wenn Sie sich in einem stillen, abgedunkelten Raum mit ausreichender Frischluftzufuhr hinlegen. Je nach persönlicher Vorliebe können auch kalter oder warme Kompressen Erleichterung bringen.
Manchen Betroffenen bringen Progressive Muskelrelaxation oder Akupunktur eine Besserung, aber auch Hypnose, Meditation, Autogenes Training und Yoga können unter Umständen die Schmerzen lindern.