Grünes Rezept beliebt bei Ärzten
Das Grüne Rezept für die Verordnung rezeptfreier Arzneimittel wurde schon 2004 von verschiedenen Interessengruppen, darunter Apothekerverbände und Arzneimittelhersteller, gemeinschaftlich entwickelt. Aber erst seit dem letzten Jahr, seit der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) das Grüne Rezept Ärzten kostenlos zur Verfügung stellt, ist das Rezept so richtig populär geworden.
Eigentlich scheint es widersinnig: ein eigenes Rezept für die Verschreibung rezeptfreier Medikamente. Ärzte nehmen dieses Angebot aber wohl gern an, um so ihren Patienten ein bestimmtes Medikament bzw. bestimmte Arzneimittel ans Herz zu legen. Sie wollen so Verwechslungen beim Arzneimittelkauf ausschließen.
Deswegen greifen laut BAH immer mehr Ärzte, egal ob Fachärzte oder Hausärzte, gerne zum Grünen Rezept und können so in gewissem Maße auch die Kontrolle darüber behalten, welche Medikamente ihre Patienten einnehmen. Bei den Hausärzten liegt der Anteil der Ärzte, die mindestens einmal pro Woche "grün" verordnen, bei über 70 Prozent, so die Ärztezeitung.
Dabei ist ein Grünes Rezept keine "echte" Verschreibung. Es ist nur eine Empfehlung des Arztes an Patient und Apotheker – nur eben sicherer als eine rein mündlich ausgesprochene Empfehlung für bestimmte rezeptfreie Medikamente, etwa gegen Migräne.
Auch die Patienten sind dem Grünen Rezept gegenüber positiv eingestellt, meint Dr. Uwe May vom BAH. Für sie ist es beruhigend zu wissen, dass die Therapie unter ärztlicher Aufsicht möglich ist, auch wenn die Krankenkassen nicht zahlen. Patientenverbände halten das Grüne Rezept allerdings eher für einen Werbegag, der die Medikamentengläubigkeit fördert und Patienten in die Apotheken locken soll.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die so empfohlenen Medikamente nicht. Chronisch kranke Hartz-IV-Empfänger können die Kosten unter Umständen aber als Bedarf geltend machen, hat das Bundesverfassungsgericht im Februar entschieden. Theoretisch können so Hautpflegeprodukte für Neurodermitiker oder Hygieneartikel für AIDS-Kranke erstattet werden.
Wie genau das geschehen soll, ist noch unklar, möglicherweise kann die Verschreibung auf dem Grünen Rezept als Beleg verwendet werden. Damit dokumentiert der Arzt die medizinische Notwendigkeit und zeigt gleichzeitig, dass die Krankenkasse nicht zahlt. Bisher müssen Hartz-IV-Empfänger zusehen, ob und wie sie sich ihre MEdikamente leisten können. Hilfsangebote gibt es nur wenige.
TOP Stories
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Schweinegrippe - wer wird geimpft?
Das Gerangel um die Kassenleistungen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe nimmt kein Ende. Nachdem inzwischen zumindest die privaten Krankenkassen für die Impfkosten ihrer Mi...
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Apotheke: Keine Entsorgung von Medikamenten mehr
Seit Jahren war es allgemein bekannt: Wer sein Medizinschränkchen aufräumt, kann die abgelaufenen Medikamente oder Arzneimittel, von denen man gar nicht mehr weiß wann und wem s...
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Teures Rota-Virus
Rota-Viren lösen schwere Durchfallerkrankungen aus, die mehrere Tage dauern. Vor allem Kinder sterben an diesen Erkrankungen bzw. an der dadurch verursachten Austrocknung, und zwa...
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Kerzen - Gefährliche Stimmungsmacher?
Kerzen sind ein unentbehrliches Accessoire bei romantischen Essen und vor allem in Herbst und Winter für viele als Dekoration unentbehrlich. Die warmen Farben der Flammen, das wei...
Featured Articles
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Die Pollenhölle droht
Für die Allergiker ist der Frühling nicht nur schön: Neben Sonnenschein, blauem Himmel und milden Lüften bedeutet Frühling nämlich auch Pollenflug – und der löst bei immer...
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Lunge durchs Schlüsselloch eingesetzt
An der Uniklinik Münster wurde einem Patienten jetzt eine Spenderlunge implantiert. Das allein ist zwar beachtenswert genug, das Besondere an dieser Operation war aber, dass die L...
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Den Hitzewallungen davonlaufen?
Mit dem Begriff Wechseljahre wird die Zeit bezeichnet, in der der Körper der Frau sozusagen mit dem Thema Fortpflanzung abschließt. Die Regelblutung wird unregelmäßiger und ble...
09.03.2010 | 12:58 Uhr
Neue Therapien gegen immer mehr Krebs
Die Zahl der Krebserkrankungen nimmt in Deutschland immer mehr zu. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass 2010 450.000 Deutsche die Diagnose Krebs erhalten. Demgegenüber st...
Kategorien
Letzte Artikel
Dienstag, 09. März 2010
Grünes Rezept beliebt bei Ärzten
Montag, 08. März 2010
Die vergessenen Krankheiten
Freitag, 05. März 2010
Bedrohlicher Muskelabbau
Donnerstag, 04. März 2010
Mit Magneten gegen Migräne
Mittwoch, 03. März 2010
Cannabis fördert Schizophrenie
Dienstag, 02. März 2010
Magenkrebs bleibt oft lange unauffällig
Letzte Kommentare

SchüttguttechnikIch habe am Freitag meine Weissheitszähne raus bekommen und darf nun bis Fritag (1 Woche) nicht rauchen. Heute ist der 5....

enricoUm den Trend Komasaufen zu stoppen bedarf es mehrerer Faktoren. Zum einen die Eltern die ihre Vorbildfunktion wahren sowie das...

RedaktionHallo Alexandra, danke für die ergänzenden Informationen. Ich denke auch es sollte im Sinne der Schwangeren und des Kindes sein,...

AlexandraLaut einer Studie aus den USA seien Schwangere bei einer Erkrankung an der Schweinegrippe besonders gefährdet. Bei dieser Studie...