Bariatrische OPs mit starken Nachwirkungen

Übergewicht ist gefürchtet – von den meisten Leuten zwar nur deswegen, weil es als hässlich empfunden wird, von Medizinern allerdings, weil sie es für eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen verantwortlich machen, etwa Diabetes des Typs 2, um nur ein Beispiel zu nennen.

Kein Wunder also, dass das Geschäft mit Diäten blüht, von vernünftigen Ernährungstipps bis hin zu angeblichen Wundermitteln, die im besten Falle teuer und wirkungslos sind, im schlimmsten Falle aber gefährliche Substanzen enthalten.

Bei “richtigem” Übergewicht, also nicht nur den lästigen drei oder vier Kilo, die die Lieblingsjeans unangenehm eng sitzen lassen, sondern bei echter Fettleibigkeit (Adipositas), intervenieren die meisten Ärzte. So ziemlich die letzte Möglichkeit, das Übergewicht zu senken, ist dann eine bariatrische Operation. So bezeichnet man Operationen, die Magen und/oder Darm verkleinern (auf Dauer oder nur temporär) und so zu einem Gewichtsverlust beitragen. Wirklich in Betracht kommen die Operationen nur bei krankhafter Fettleibigkeit, auch “morbide Adipositas” genannt.

Von der Verkleinerung des Magens und ggf. auch des Darms versprechen sich Ärzte eine dauerhafte Besserung des Gesundheitszustands, vor allem eine Senkung des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks, ein geringeres Herzinfarktrisiko, aber auch ein möglicherweise niedrigeres Krebsrisiko.

Allerdings haben diese aufwändigen Eingriffe natürlich auch enorme Risiken, die weit über die üblichen Operationsrisiken hinausgehen. Durch den verkleinerten Verdauungstrakt wird nicht nur die Aufnahme der bösen Kalorien erschwert, auch Mineralien und Vitamine werden nur noch unzureichend aus der Nahrung aufgenommen, so dass die Patienten nach der Operation für den Rest ihres Lebens Nahrungsmittelergänzungen zu sich nehmen müssen.

Ebenso wird auch die Aufnahme von Medikamenten verändert, so dass die Behandlung von Krankheiten schwieriger werden kann. Nach einem bariatrischen Eingriff sind Untersuchungen wie etwa eine Magenspiegelung oft nicht mehr nötig, dafür kommt es aber häufiger zu Gallensteinen, die dann ebenfalls operativ behandelt werden müssen.

Kommt es zu einem großen Gewichtsverlust, ergibt sich ein neues optisches Problem: Die überschüssige Haut hängt vom Körper herab, was nicht nur für psychische Probleme sorgt, sondern auch Entzündungen oder Pilzerkrankungen in den Hautfalten verursachen kann. Die nötige chirurgische Entfernung dieser Hautlappen wird nur selten von den Krankenkassen bezahlt; die Kosten für die die Magenverkleinerung selbst werden unter Umständen von den Krankenkassen übernommen.


 

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