Cholera auf Haiti ausgebrochen

Neun Monate nach dem Erdbeben, das über 250.000 Leben kostete, ist in Haiti jetzt die Cholera ausgebrochen. Bisher sind laut Angaben der Vereinten Nationen über 250 Menschen an der Durchfallerkrankung gestorben, über 3.000 haben sich bereits damit angesteckt.

Der Ausbruch von Seuchen wird nach Naturkatastrophen immer befürchtet, zumal bei Katastrophen von einem Ausmaß, wie das Erdbeben in Haiti es angerichtet hat. In solchen Notsituationen leidet naturgemäß die Hygiene, so dass sich Krankheiten oft leichtes Spiel haben, umso mehr, wenn der Ernährungs- und Gesundheitszustand der betroffenen Menschen angeschlagen ist.

Immer noch leben über weit eine Million Menschen in Notunterkünften, weil sie beim Erdbeben im Januar ihr Heim verloren haben. In den Flüchtlingslagern leben die Menschen auf engem Raum und unter schlechten hygienischen Bedingungen.

Nun müssen also auch noch Cholera-Infizierte in den ohnehin schon überfüllten Krankenhäusern unterkommen und dort behandelt werden. Um die weitere Ausbreitung zumindest zu hemmen, verteilen Hilfsorganisationen Wasserreinigungstabletten und Hygieneausrüstungen. Laut dem medizinischen Berater des Hilfswerks Caritas international, Joost Butenop, ist auch die Aufklärung der Bevölkerung über die Epidemie und über Schutzmaßnahmen ein wichtiger Schritt dazu, die Infektionskette zu unterbrechen. Wichtig sei es auch, Panik in den Lagern zu vermeiden, so Lutz Hahn von World Vision.

Butenop geht laut einem Artikel im Tagesspiegel auch davon aus, dass in Wirklichkeit noch viel mehr Menschen an der Cholera erkrankt sind. Da die Krankheit aber oft einen leichten Verlauf nimmt, also kaum Symptome zeigt, halten die Erkrankten es nicht nötig zum Arzt zu gehen. Ohne Diagnose und Behandlung verbreiten sie die Cholera immer weiter.


 

Ähnliche Artikel

20.01.2011 09:45 Uhr

Bariatrische OPs mit starken Nachwirkungen

Übergewicht ist gefürchtet – von den meisten Leuten zwar nur deswegen, weil es als hässlich empfunden wird, von Medizinern allerdings, weil sie es für eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen vera...

0 Kommentare     771 Mal gelesen

05.01.2011 10:00 Uhr

Zustimmung zu Organspenden soll erleichtert werden

Es gibt bei uns nicht ausreichend Spenderorgane, das ist nicht wirklich ein Geheimnis. Laut Umfragen sind zwar rund 80 Prozent der spendenfähigen Bürger für die Organspende, aber noch nicht einmal ...

0 Kommentare     761 Mal gelesen

22.12.2010 10:00 Uhr

Verstehen was das Blutbild aussagt

Ärzte sehen gerne Blut – das Blut ihrer Patienten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie besonders herzlos wären, im Gegenteil,  eine Blutuntersuchung kann für den Arzt nämlich eine wertvolle...

0 Kommentare     910 Mal gelesen

16.12.2010 10:00 Uhr

Grippeimpfung auch bei Eiweiß-Allergie

Es gibt viele Menschen, die gegen Hühnereiweiß allergisch sind. Bei der Ernährung lässt sich das noch halbwegs gut umgehen, was soll man aber bei Impfungen tun? Schließlich enthalten manche Impfs...

0 Kommentare     837 Mal gelesen

07.12.2010 09:58 Uhr

Was gehört alles zum Immunsystem?

Wir wissen alle, dass der Körper ein Immunsystem hat, mit dem er Krankheitserreger bekämpfen und vernichten kann. Das Abwehrsystem kann lernen, Krankheitskeime zu erkennen und zu bekämpfen, und wen...

0 Kommentare     854 Mal gelesen

 

1 Kommentar

userpic

Jakob.F | 11.11.2010 um 13:38

Die Einschätzung, dass sich die Krankheit wegen dem milden Verlauf ausbreitet scheint sich zu bestätigen. Das wird so zu einer unkontrollierbaren Spirale.

 
 

Kommentar schreiben

Name*
E-Mail*
Webseite
Text