Legionellen fordern viertes Todesopfer

Eine Reihe von Infektionen mit der Legionärskrankheit stellt die Gesundheitsbehörden in Ulm und Neu-Ulm vor ein Rätsel. Schon fast 60 Menschen sind an der Legionellose erkrankt, inzwischen sind vier Erkrankte an der Infektionskrankheit gestorben. Alle Todesopfer der aktuellen Infektionswelle – drei Männer und eine Frau – hatten teils schwere Vorerkrankungen.

Noch wissen die Gesundheitsämter nicht, wie und wo die Erkrankten mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind. Die Untersuchungen werden auch durch den Umstand gehemmt, dass Legionellen nur langsam wachsen. Es wird also noch dauern, bis die zahlreichen Wasserproben Aufschluss darüber geben können, woher die Gesundheitsgefahr kommt.

Trinkwasser und Leitungen der Betroffenen konnten als Infektionsquelle bereits ausgeschlossen werden. Bisher ist nur bekannt, dass alle Infektionen in den Stadtzentren von Ulm und Neu-Ulm aufgetreten sind. Fachleute haben inzwischen vor allem wasserbetriebene Klimaanlagen ins Visier genommen. Einige davon konnten aber schon als Infektionsquelle ausgeschlossen werden.

Auch mit Wasser betriebene Kühl- und Trockenanlagen von Betrieben am Stadtrand werden untersucht, wie die Welt berichtet. Möglicherweise sind die Legionellen von dort aus vom Wind in das Stadtzentrum getragen worden. Diese Theorie halten Experten derzeit für am wahrscheinlichsten.

Die Legionärskrankheit hat bei Personen mit bereits bestehenden Erkrankungen eine besonders hohe Todesrate. Die Infektion ist vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, mit Vorerkrankungen der Lungen (etwa COPD) oder des Herzens und bei Diabetikern gefährlich.


 

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