Lepra: Das fast vergessene Leiden

Lepra ist die älteste bekannte Infektionskrankheit. Schon im Altertum erkrankten die Menschen daran, wie archäologische Funde belegen, und auch in der Bibel wird der “Aussatz”, wie die Lepra und viele andere Hautkrankheiten früher genannt wurden, erwähnt. Allen medizinischen Fortschritten zum Trotz ist die von einem Bakterium ausgelöste Krankheit aber immer noch nicht besiegt.

Schon allein der Name “Lepra” lässt schreckliche Bilder im Kopf entstehen, von entstellten Gesichtern, verstümmelten Körpern und fehlenden Gliedmaßen. Nur allzu oft leiden die Erkrankten dann auch noch unter den Vorurteilen und Ängsten der Mitmenschen.

Genau deshalb verstecken viele “Aussätzige” die ersten Anzeichen, etwa die verfärbten Stellen auf der Haut, an denen sie durch das Absterben der Nerven jedes Gefühl verlieren. Aus Angst vor Diskriminierungen schmälern sie ihre Chancen auf eine frühzeitige Therapie, die die Krankheit heilt und die Verstümmelungen vermeidet. Jeder zehnte Leprapatient hat bereits sichtbare Behinderungen, wenn er die Behandlung mit entsprechenden Antibiotika beginnt.

Anlässlich des Welt-Lepratages am 31. Januar hat die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) daher dazu aufgerufen, mehr in Forschung, Früherkennung und Therapie zu investieren. Das Problem: Da “nur” rund eine Viertelmillion Menschen jedes Jahr an Lepra erkrankt, ist die Krankheit für Forschungsinstitute und Pharmaunternehmen fast uninteressant. Daher müssen die Leprahilfswerke fast alle Gelder für die Forschung selbst aufbringen.

Die meisten der Erkrankten leben in Entwicklungs- oder Schwellenländern, vor allem in Indien und Brasilien grassiert die Krankheit. Etwa vier Millionen Menschen weltweit leiden an den Folgen von Lepra, sind von der Krankheit verstümmelt und gezeichnet.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Forscher aus China und Singapur haben entdeckt, woran es liegt, dass viele Menschen von Haus aus gegen Lepra immun sind. Seit längerem war bekannt, dass bis zu 90 Prozent der Weltbevölkerung gegen Lepra immun ist, jetzt steht fest, dass es an bestimmten Genen liegt. Vielleicht hilft diese Erkenntnis auf dem Weg zu einem Impfstoff weiter – und lässt die Forschungsgelder fließen.


 

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