Problemkeimen geht es an den Kragen

Das Saarland will den zunehmenden Infektionen mit multiresistenten Staphylokokken (MRSA) begegnen. Um einen Überblick über die Situation zu bekommen, werden seit letzter Woche alle neuen Patienten in den saarländischen Krankenhäusern auf die hartnäckigen Krankheitskeime untersucht. Die in diesem Schritt gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in die Vorbeugung gegen neue Infektionen einfließen.

Mit der Abkürzung MRSA werden bestimmte Stämme des Bakteriums Staphylococcus Aureus bezeichnet. Sie sind gegen sehr viele Antibiotika resistent (multi-resistent, daher kommt auch das MR in der Abkürzung). Staphylokokken kommen bei vielen Menschen auf der Haut und Schleimhaut vor, ohne dort einen Schaden anzurichten. Bei Kranken ist aber das Immunsystem geschwächt, so dass die Bakterien zu einer Gefahr für den Körper werden können.

Staphylokokken können auch Kunststoffoberflächen besiedeln, was bedeutet, dass sie auch auf Implantaten leben können und so in schutzlose Bereiche des Körpers vordringen, die darauf nicht vorbereitet sind. Zudem ist bei den meisten Operationen das Abwehrsystem sowieso geschwächt, so dass für die Verbreitung der Bakterien denkbar günstige Umstände herrschen.

Es können sich verschiedenste und verschieden schwere Infektionen entwickeln, die beispielsweise die Haut oder die Muskeln angreifen, Lungenentzündung oder sogar eine Sepsis auslösen können.

Normalerweise würden bakterielle Infektionen sich ja gut mit einem Antibiotikum behandeln lassen. Inzwischen sind aber viele Bakterien gegen viele Antibiotika resistent, so eben auch die MRSA. Infektionen mit diesen Bakterien kommen vor allem in Krankenhäusern vor (nosokomiale Infektion). Sind die Hygienemaßnahmen im Krankenhaus nicht ausreichend, können sich die Erreger schnell verbreiten.


 

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1 Kommentar

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Daniela | 28.10.2010 um 16:41

Das ist doch toll wenn jetzt endlich etwas passiert im Saarland. Das Problem ist doch schon länger bekannt und hätte schon vor Jahren bundesweit angefasst werden müssen.
Das Hygiene im Krankenhaus (nicht nur da) etwas bewirkt haben uns die Niederlande und auch die Universitätsklinik Münster vorgemacht

 
 

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