Zahl der Organspender nur leicht gestiegen

Trotz eines leichten Anstiegs ist die Zahl der Organspender in Deutschland noch lange nicht ausreichend. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) fordert deswegen durchgreifende Reformen. “Wir dürfen nicht länger zuschauen, wie drei Menschen täglich auf der Warteliste für ein Spenderorgan versterben”, findet Prof. Dr. Günter Kirste, der medizinische Vorstand der DSO.

Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die Organspende nach dem Tod und hat zum Ziel, allen Patienten auf der Warteliste für ein neues Organ schnellstmöglich zu einem Transplantat zu verhelfen. Die Stiftung sieht sich dabei als Interessenvertreter sowohl der Patienten auf der Warteliste als auch der Organspender.

Die aktuellen Zahlen beunruhigen die DSO: Nach vorläufigen Zahlen gab es 2009 14,9 Organspender pro eine Million Einwohner. Das waren zwar mehr als 2008 (14,6), aber eben nur unbedeutend. 1217 Menschen wurden nach ihrem Tod Organe entnommen. Die Gesamtzahl der insgesamt entnommenen Organe ging zurück, was am steigenden Alter der Organspender liegt.

Der Organmangel in Deutschland ist nach Worten von Günter Kirste “alarmierend”. Deswegen finanziert die DSO ein auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt zur “Inhousekoordination”. In den Leitlinien ist beispielsweise auch vorgesehen, dass Mitarbeiter der Krankenhäuser die DSO über alle potenziellen Organspender im jeweiligen Krankenhaus informiert werden. So soll die Zusammenarbeit der Krankenhäuser mit der DSO optimiert werden.

Dass solche speziellen Transplantationsbeauftragten tatsächlich dazu beitragen, dass die Zahl der Organspenden steigt, zeigt das Beispiel des Klinikums Aachen: Dort gibt es seit Mitte 2008 eine Transplantationsbeauftragte, die die Angehörigen von verstorbenen Patienten über die Möglichkeiten der Organspende informiert. Im vergangenen Jahr erhöhte sich deswegen die Zahl der Organspender deutlich.

Das Informieren der Koordinierungsstelle ist zwar schon jetzt die gesetzliche Aufgabe der Kliniken, doch gerade das sei die Stelle, an der es nach Kirstes Worten “hakt”. Vorbild für das Projekt ist Spanien, das mit seiner engen Vernetzung der Krankenhäuser mit der Koordinierungsstelle auf 34 Organspender pro Million Einwohner bringt. Bisher haben sich schon 70 Kliniken und Krankenhäuser mit neurochirurgischer Intensivstation dem Pilotprojekt angeschlossen.

Weiterhin will die DSO auch in der Öffentlichkeit im Rahmen der Aktion FÜRS LEBEN dafür werben, dass immer mehr Menschen die Wichtigkeit der Organspende erkennen und sich aktiv dafür einsetzen, sprich: zumindest einen Organspendeausweis mit sich führen und anderen Menschen nach ihrem Tod zu einem Spenderherz oder einem anderen Organ und damit einer Chance aufs Weiterleben verhelfen.


 

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