Zustimmung zu Organspenden soll erleichtert werden

Es gibt bei uns nicht ausreichend Spenderorgane, das ist nicht wirklich ein Geheimnis. Laut Umfragen sind zwar rund 80 Prozent der spendenfähigen Bürger für die Organspende, aber noch nicht einmal 20 Prozent haben auch wirklich einen Organspendeausweis.

Ein weiteres Hindernis für die Entnahme von Organen: Es kann für Angehörige eines Verstorbenen schwierig sein, in dieser Lage auch noch eine Entscheidung zu treffen, ob die Organen entnommen werden dürfen oder nicht – auch wenn sie prinzipiell für die Organspende sind. Daran ändere auch die Einführung von Transplantationsbeauftragten nichts, meint Professor Peter Neuhaus, Transplantationschirurg an der Berliner Charité und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Er schlägt daher vor, die “erleichterte Zustimmungslösung” einzuführen. Der Name ist extrem irreführend, denkt man doch unweigerlich daran, dass die Zustimmung zur Organspende jetzt leichter werden soll, also noch leichter als ein Kreuzchen auf dem Organspendeausweis zu machen.

Tatsächlich sieht sein Vorschlag aber vor, dass die Angehörigen von Verstorbenen zwar immer noch gefragt werden, ob die Organe entnommen werden dürfen, die Entnahme aber prinzipiell erlaubt ist, wenn die Angehörigen sie nicht ausdrücklich verweigern.

Im Zusammenhang mit der Organspende machte Neuhaus auch auf eine Entwicklung aufmerksam, die zwar kurios klingt, hinter der aber doch menschliche Dramen stecken: Die Erfolgsaussichten von Transplantationen allgemein sinken, denn durch die Knappheit an Spenderorganen bekommen nur die Menschen, die sowieso schon schwerst krank sind, wichtige Organe wie Lunge oder Leber transplantiert.


 

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