Schmerzgeheimnis von Schlafmohn entschlüsselt

Codein und Morphium sind zwei wichtige und weltweit verwendete Schmerzmittel. Beide Substanzen entstehen im Schlafmohn, vor allem Morphium, dass industriell zu Codein weiterverarbeitet wird. Kanadische Wissenschaftler haben nun die Gene entschlüsselt, die an der Herstellung von Codein und Morphium beteiligt sind.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre neuen Erkenntnisse dazu beitragen, die Herstellung von Codein zu erleichtern. Codein kommt zwar wie Morphium natürlich in der Pflanze vor, wird dort aber zu Morphium umgewandelt. Es wird daher meist aus Morphium hergestellt und zu Medikamenten weiterverarbeitet.

Da nun bekannt ist, welches genetische Programm bei dieser Umwandlung abläuft, lassen sich vielleicht Pflanzen entwickeln, bei denen das nicht mehr so ist, und die deshalb mehr Codein als Morphium enthalten. Studienleiter Peter Facchini von der University of Calgary sieht diese Entdeckung als “wichtigen Schritt nach vorne”. Unter Umständen könnten die Gene auch in Hefe oder Bakterien eingepflanzt werden, die dann für die Herstellung von Codein genutzt werden könnten, berichtet die Zeit.

Codein wird als Schmerzmittel eingesetzt, vor allem bei chronischen Schmerzen und in Kombination mit Paracetamol. Es ist auch in manchen hustenstillenden Medikamenten enthalten, die bei Reizhusten verschrieben werden. In Deutschland ist Codein verschreibungspflichtig, ohne Verschreibung codeinhaltige Präparate abzugeben verstößt gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Dauergebrauch von Codein kann zu einer körperlichen Abhängigkeit führen; aber auch bei vorschriftsmäßigem Gebrauch kann es zu Nebenwirkungen wie Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Verstopfung und Depressionen kommen. Eine häufige Nebenwirkung bei Männern ist die erektile Dysfunktion.


 

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