Krankenkassen: Wechselwelle wegen Zusatzbeiträgen?

Die ersten Krankenkassen haben bekannt gegeben, dass sie demnächst einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern erheben werden. Die meisten Kassen haben einen Beitrag in Höhe von acht Euro angekündigt, andere werden wohl direkt mehr verlangen. Experten erwarten nun eine regelrechte “Wechselwelle” der Versicherten.

Laut einem Bericht der Ärztezeitung sollen allein bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) bereits über 5000 Mitglieder ausgetreten sein. Das wird wohl nicht die einzige betroffene Krankenkasse bleiben, hat Bundesgesundheitsminister Rösler die Versicherten doch unumwunden zu einem Wechsel geraten.

Die gesetzlich Versicherten sollten über einen Wechsel zu einer Krankenkasse nachdenken, die im laufenden Jahr keine Zusatzbeiträge verlangen will. Vergleichen sollen sie dabei vor allem die Leistungen, die sich bei den Kassen doch  in manchen Punkten unterscheiden.

Die meisten Krankenkassen, die einen Zusatzbeitrag verlangen, beschränken sich vorerst auf einen Betrag in Höhe von “nur” acht Euro. Verschiedene andere Krankenkassen haben aber auch schon angekündigt, ihren Mitgliedern höhere Zahlungen zuzumuten.

Die BKK Westfalen-Lippe beispielsweise nimmt zwölf Euro Zusatzbeitrag pro Monat – rückwirkend zum 1. Januar 2010. Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK), die als erste Krankenkasse bereits im Sommer letzten Jahres einen Zusatzbeitrag erheben musste, steigt jetzt auf ein prozentuales System um.

Vorstandsvorsitzender Helmut Wasserfuhr hält das für gerechter, weil bisher alle Versicherten, auch mit niedrigen Einkommen, die acht Euro zahlen mussten. Nun hängt die Höhe des Zusatzbeitrages von der Höhe des Einkommens ab. Gleichzeitig ist ein Prozent des Bruttoeinkommens aber auch der maximale Betrag, den eine Krankenkasse verlangen darf.

Ob sich übereiltes Wechseln der Krankenkasse allerdings “in jedem Fall lohnt”, wie Rösler meinte, darf bezweifelt werden. Fast täglich geben neue Krankenkassen zu, nun doch Zusatzbeiträge erheben zu sollen. Mit einer jeden solchen Änderung haben die Versicherten das Recht zur Kündigung und damit zum Übertritt zu einer anderen Krankenkasse.

Ist es denn wirklich im Sinn von irgendjemandem, dass Tausende von gesetzlich Versicherten in schneller Abfolge von einer Krankenkasse zur andern migrieren wie Nomaden im Gesundheitssystem?


 

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