Neue Biopsiemethode für die Prostata

Bei Verdacht auf Prostatakrebs ist eine Biopsie der Prostata, also das Entnehmen einer Gewebeprobe, früher oder später unumgänglich. Urologen der Heidelberger Universität haben nun ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die Lage und die Größe des Tumors noch genauer als bisher bestimmt werden können.

Die Lage des Tumors zu kennen ist natürlich von großer Wichtigkeit für eine Gewebeentnahme. Um sie noch besser als bisher feststellen zu können, kombinieren die Heidelberger Urologen jetzt Hochfeld-Magnetresonanztomographie (mit einer höheren Magnetfeldstärke als normale MRTs) und hochauflösenden Ultraschallaufnahmen. Die Bilder werden am Computerbildschirm kombiniert und ergeben so ein dreidimensionales Bild der Prostata.

So können die Ärzte des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) nicht nur die Lage, sondern auch die Größe des Tumors besser beurteilen. Fast noch wichtiger ist aber, dass sie durch die Hochfeld-Magnetresonanztomographie verschiedene andere Eigenschaften des Tumors erkennen können: die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Zelldichte. Diese Kriterien sind ein wichtiger Hinweis darauf, wie aggressiv ein Tumor ist.

Mit diesem neuen Verfahren können gezielt aus der Region der Prostata Proben entnommen werden, die am “verdächtigsten” ist. Zudem entnehmen die Heidelberger Ärzte die Gewebeproben durch den Damm und nicht, wie üblich, durch den Enddarm. Das Komplikationsrisiko sinkt dadurch.

In Deutschland werden jedes Jahr über 60.000 neue Prostatakrebserkrankungen diagnostiziert. Diese Krebsart gehört zu den tückischsten Krebserkrankungen, weil sie oft erst so spät Symptome zeigt, dass sie nicht mehr heilbar ist. Zur Diagnose werden Ultraschalluntersuchungen, Tastuntersuchungen oder der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) herangezogen.

Kann bei einer Biopsie die Aggressivität eines Tumors schon früh feststellt werden, kann die passende Therapie geplant werden. Bei nur wenig aggressiven Tumoren kann es reichen, sie einfach nur ständig zu überwachen, ohne dass der Patient belastenden Therapiemethoden und Behandlungen ausgesetzt wird (”active surveillance”; aktives Beobachten).


 

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