Neue Hoffnung für Allergiker?

Die Nase läuft, die Augen brennen, das Atmen fällt schwer – Symptome einer Pollenallergie. Was aber tun gegen den Heuschnupfen? Das fragen sich Jahr für Jahr immer mehr Menschen, die von den Gräserpollen geplagt werden.

Bei leichten Beschwerden helfen Nasensprays und Augentropfen. Ist die Allergie stark ausgeprägt, braucht es oft allerdings eine Therapie aus einer Kombination von Antihistaminika und Kortison. Eine andere Möglichkeit bietet die spezifische Immuntherapie (SIT). Die auch als Hyposensensibilisierung bekannte Methode ist wie eine Art Impfung. Der Allergiker wird wiederholt mit dem Allergen in Kontakt gebracht. Dadurch soll eine Empfindlichkeit gegenüber der allergieauslösenden Substanz sinken.

Jetzt scheint es eine neue, viel versprechende Behandlungsmethode für Heuschnupfenpatienten zu geben. 2007 startete am Universitätsklinikum München eine Studie über die Behandlung mit der 5-Gräser-Tablette Oralair. Im Vergleich zu Placebo ließ sich ein deutlicher Wirkunterschied erkennen: Die Tablette wirkt auf längere Sicht und ihre Wirkung steigt mit der Dauer der Behandlung.

Placebos sind Medikamente ohne Wirkstoff, die trotzdem eine Heilung hervorrufen können. Darum werden diese in der Medizin herangezogen, wenn ein neues Medikament getestet werden soll. Das neue Präparat wird erst dann als wirksam eingestuft, wenn es die Wirkung des Scheinmedikaments deutlich übertrifft.

Die sublinguale Immuntherapie wurde im ersten Jahr an 633 Patienten im Alter von 18 bis 50 Jahren getestet. Insgesamt ist eine Therapie von fünf Jahren vorgesehen, die sich in drei Jahre aktive Behandlung und zwei Nachbeobachtungsjahre gliedert. Christian Virchow vom Universitätsklinikum München erklärt, dass es noch ein zweites positives Ergebnis gibt. Nebenwirkungen seien im Verlauf der Tabletteneinnahme nur selten aufgetreten. Auch die lokale Verträglichkeit sei während der Therapie immer besser geworden, sodass es kaum zu Reizungen der Zunge und des Mundbereichs kam.

Ziel der 2007 begonnenen Studie sei es aber, einen anhaltenden Effekt der Gräsertablette zu belegen. Darum sollten geplagte Heuschnupfenpatienten auf jeden Fall die Ergebnisse der Nachbeobachtungsphase abwarten, die bis 2011 vorliegen sollen.


 

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