Testlauf für Wurmeier-Therapie bei Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine zwar relativ seltene, aber sehr unangenehme chronische Entzündung der Darmwand. Sie tritt bei Männern wie Frauen auf, auch schon bei Jugendlichen.  Die Gründe für die Erkrankung sind noch nicht geklärt, es wird aber allgemein davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt.

Genau da setzt auch die Studie eines Pharmaunternehmens an: Es prüft, ob eine Therapie mit Wurmeiern die Beschwerden lindern kann. Ähnliche Therapien haben bei Allergien zumindest im Versuch schon gute Erfolge erzielt. Das gilt auch für die Behandlung von Colitis ulcerosa, einer andern chronisch entzündlichen Darmerkrankung.

Diese Studie war mit 54 Teilnehmern zwar recht klein, aber die Probanten, die mit Eiern des Schweinepeitschenwurms behandelt wurden, berichteten über eine deutlich verringerte Krankheitsaktivität. Die Studie war als Überkreuz-Studie angelegt, dass heißt, dass die Behandlung der untersuchten Gruppe und der Kontrollgruppe ab einem bestimmten Zeitpunkt vertauscht wurde; die Kontrollgruppe also statt des Placebos die echte Behandlung erhielt und umgekehrt.

In beiden Gruppen besserten sich die Beschwerden bei der Therapie mit den Wurmeiern. Das Pharmaunternehmen hofft nun, dass auch die Morbus-Crohn-Patienten mit dieser Therapie eine ähnliche Besserung zeigen werden.

Der Erfolg solcher, zugegebenermaßen ein bisschen ekelhaften Therapien beruht auf der dämpfenden Wirkung von Parasiten auf das Immunsystem. Möglicherweise hemmen Würmer das Immunsystem auf irgendeine Weise, oder sie lenken die übertriebene Immunreaktion einfach ab, indem sie ihm eine echte Herausforderung anbieten.

Tatsächlich machen einige Immunologen das Zurückgehen des Wurmbefalls für den “Erfolg” der Allergien in den letzten Jahrzehnten verantwortlich.

Fragen & Antworten

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