Viren im Einsatz gegen Krebs
Krebserkrankungen scheinen immer häufiger zu werden. Obwohl viele Patienten inzwischen gerettet werden können, und viele Fälle dank Vorsorgeuntersuchungen schon sehr früh entdeckt werden, sterben aber immer noch viele Menschen an Krebserkrankungen. Kein Wunder also, dass Mediziner immer noch fieberhaft nach neuen Methoden suchen, der bösartigen Wucherungen Herr zu werden.
Wie die Welt online berichtet, haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungsinstitutes in Heidelberg jetzt erste Erfolge damit errungen, Viren in den Kampf gegen Tumore zu schicken.
Das Kuriose dabei ist natürlich, dass Viren als Krankheitserreger gefürchtet sind. Ihnen kann man mit Antibiotika nicht beikommen, weil sie eigentlich keine “richtigen” Lebewesen sind. Sie infiltrieren die Zellen des Körpers, lassen von ihnen ihr eigenes Erbgut vervielfältigen und verbreiten sich über den ganzen Organismus.
Nun ist es den Heidelberger Wissenschaftler gelungen, die “Talente” der Viren im Kampf gegen Krebs zu verwenden. Im Tierversuch haben die Viren die Zellen bösartiger Gehirntumore präzise angesteuert und vernichtet.
Bösartige Gehirntumore (Glioblastome) sind besonders schwer zu bekämpfen. Das Gehirn wird von herkömmlichen Medikamenten nicht erreicht, weil die Blut-Hirn-Schranke das Gehirn vom Blutkreislauf trennt und es so vor schädlichen Substanzen schützt – aber eben auch vor rettenden Arzneien. Um einen Hirntumor zu behandeln, muss das Medikament entweder direkt ins Gehirn eingebracht werden, oder es muss eine Substanz gesucht werden, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Glioblastome sind die gefährlichsten Hirntumore überhaupt, nur etwa die Hälfte der Erkrankten ist ein Jahr nach der Diagnose noch am Leben. Eine endgültige Heilung dieser Krebsart ist zur Zeit nicht möglich.
Die Heidelberger führen seit mehreren Jahren Versuche mit Viren durch. Nun verwendeten sie ein Parvovirus, das für den Menschen ungefährlich ist. Diese Viren wurden Ratten mit Hirntumoren injiziert. In allen Tieren befielen die Viren ausschließlich die Krebszellen und zerstörten sie; innerhalb von drei Tagen bildete sich der Krebs zurück. Bei acht der zwölf Versuchstiere verschwanden die Tumore völlig. Die Ratten sind nach einem Jahr immer noch tumorfrei und zeigen keine Spätfolgen der Behandlung.
Die Parvoviren müssen dabei nicht einmal speziell manipuliert werden, sie befallen von Haus aus bevorzugt die Zellen, die sich besonders schnell teilen – wenn also die unkontrolliert und schnell wachsenden Krebszellen in der Nähe sind, sind die das ideale Ziel. In gesunden Zellen können sie sich nicht vermehren, sie schädigen diese auch nicht.
Leider sind die Viren, die jetzt auch an menschlichen Patienten getestet werden sollen, keine Universalwaffe gegen alle Krebserkrankungen. Gegen den Pankreaskrebs ( Krebs der Bauchspeicheldrüse) sind sie zwar auch wirksam, aber weniger effektiv als beim Glioblastom.
 
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SandraDa ich regelmäßig Probiotika nehme, kenne ich das Problem mit Durchfall überhaupt nicht.

Jakob.FDie Einschätzung, dass sich die Krankheit wegen dem milden Verlauf ausbreitet scheint sich zu bestätigen. Das wird so zu einer...

DanielaDas ist doch toll wenn jetzt endlich etwas passiert im Saarland. Das Problem ist doch schon länger bekannt und hätte schon vor...

BelindaIch finde es schrecklich, dass die Körperkunst leider auch schädlich sein soll. Man sollte wirklich auf die Hygienezustände in...

HirntumorforumIch finde den Ansatz sehr interessant. Meine Wissens ist auch bereits eine entsprechende Studie in Planung.


2 Kommentare
Tweets die Deutsche Forscher wollen Viren als mächtige Kämpfer gegen Krebs einsetzen erwähnt -- Topsy.com | 05.05.2010 um 11:58
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von med.de Redaktion erwähnt. med.de Redaktion sagte: #Viren vs. #Krebs: Heidelberger Forscher schicken #Viren in die Schlacht gegen Hirntumore => http://ow.ly/1H9xl [...]
Hirntumorforum | 05.05.2010 um 13:22
Ich finde den Ansatz sehr interessant. Meine Wissens ist auch bereits eine entsprechende Studie in Planung.