Magen-Darm-Geschwüre durch Medikamente

Rheuma und andere Erkrankungen aus dem rheumatischen Krankheitskreis werden oft mit nicht-steroidalen Antirheumatika behandelt. Diese Medikamente bekämpfen die rheumatischen Beschwerden gut, führen aber während der langen Einnahmezeit häufig zu Magengeschwüren.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) hemmen die Entzündung in den Gelenken und tragen so zum Abschwellen der betroffenen Gelenke bei und lindern die Schmerzen. “Nicht-steroidal” bedeutet, dass die Medikamente kein Cortisol enthalten, ein Hormon, dass im menschlichen Körper in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es spielt eine wichtige Roll im Stoffwechsel, wird aber auch in entzündungshemmenden Medikamenten verwendet.

Der größte Nachteil der NSAR ist, dass sie die Magenschleimhaut schädigen und so zur Magenschleimhautenzündung und damit zur möglichen Bildung von Geschwüren und Tumoren beitragen können. Auch im Zwölffingerdarm können sich durch die Einnahme der Antirheumatika Geschwüre bilden.

Das Risiko für Komplikationen liegt bei 1 bis 2 Prozent im Jahr, das bedeutet: Von 100 Menschen, die über ein Jahr lang NSAR gegen ihre Beschwerden einnehmen, bekommen einer oder zwei Beschwerden aufgrund der Medikamente.

Um die Wahrscheinlichkeit eines Magen- oder Darm-Tumors zu senken, können zusätzlich noch andere Medikamente verordnet werden. Sie senken die Produktion der Magensäure, so dass die angegriffene Magenschleimhaut nicht noch weiter attackiert wird, oder stimulieren den Aufbau der Magenschleimhaut, die so widerstandsfähiger wird.

Die Mittel zur Schonung des Magens sind allerdings nicht bei allen Rheumakranken sinnvoll. Bei jungen Menschen beispielsweise ist die Gefahr eines Geschwürs nicht so groß, deswegen erhalten sie diese Präparate meist erst gar nicht, außer die individuelle Abwägung des Falls spricht dafür.

Die Risikofaktoren für die Entwicklung eines Magengeschwürs durch die Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika sind nach Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen vor allem das Alter (vor allem Menschen ab 65 Jahren sind betroffen), aber auch eine frühere Bildung von Magengeschwüren und die Einnahme bestimmter Antidepressiva oder von Acetylsalicylsäure.


 

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