Regelmäßiges Prostata-Screening für Männer unnötig

Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Tumorart bei Männern und gilt als die dritthäufigste Todesursache durch Krebskrankheiten beim starken Geschlecht. Kein Wunder also, dass Mediziner schon seit längerer Zeit über ein regelmäßiges, altersabhängiges Prostata-Screening bei Männern nachdenken.

Zur Krebsfrüherkennung bei Frauen gibt es ein regelmäßiges Mammografie-Screening. Für Männer hingegen existiert eine solche altersabhängige Vorsorgeuntersuchung bisher noch nicht. Eine Überprüfung der Prostata erscheint im Grunde eigentlich sinnvoll, da das prostataspezifische Antigen (PSA), ein Eiweißstoff, den die Vorsteherdrüse des Mannes produziert, Aufschluss über vorhandene Krebszellen geben kann. Allerdings wird die Wichtigkeit dieses Stoffes zur Krebserkennung bezweifelt. Der PSA-Wert lässt zudem keinen Schluss darauf zu, ob der Tumor gut- oder bösartiger Natur ist.

Eine neue Studienauswertung aus Rotterdam zeigt, dass ein solches allgemeines Screening bei Männern doch eher unnötig ist. Die Analyse einer Studie aus den Neunzigern fand unter Pirn van Leeuwen von der Erasmus-Universität Rotterdam statt und umfasste 85.000 Patientendaten. Die Männer, deren Daten zur Verwertung hinzugezogen wurden, waren zur Zeit der Studie zwischen 55 und 74 Jahren alt. Ziel der Auswertung war es, herauszufinden, ob der Basiswert des PSA als Indikator dafür gelten kann, dass Männer von solchen Vorsorge-Untersuchungen profitieren.

Van Leeuwens Analyse der Studie ergab, dass der Krankheit vor allem Männer unterlagen, die zu Beginn der Studie einen erhöhten PSA-Wert aufgewiesen hatten. Als erhöht gilt dieser Wert, wenn er dauerhaft mehr als vier Nanogramm pro Milliliter Blutserum aufzeigt.

Auf der Basis dieses Ergebnisses ermittelten die niederländischen Wissenschaftler, dass ein Vorsorge-Screening für Risikopatienten mit einem extrem hohen PSA-Wert also durchaus sinnvoll sei. Hingegen für Männer mit einem niedrigen Wert, also etwa zwei Nanogramm pro Milliliter Blutserum, wäre ein solches Screening eher unnötig. Das liegt daran, dass der Krebs nur langsam wächst und der PSA-Wert, wenn er nicht erhöht ist, dementsprechend langsam ansteigt.


 

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