Schilddrüsenwoche für mehr Aufmerksamkeit

Die Schilddrüse ist ein eher unscheinbares Organ, dem die meisten Menschen nur wenig Aufmerksamkeit schenken – bis sie eben Probleme macht und eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion festgestellt wird.

Die Schilddrüse hat ihren Namen von ihrer schildähnlichen Form. Manchmal wird sie aber auch als schmetterlingsförmig beschrieben, und genau daher hat die “Schilddrüseninitative Papillon” (frz. für Schmetterling) ihren Namen. Die Initative hat die letzte Aprilwoche (vom 26. bis zum 30. April) zur Schilddrüsenwoche ausgerufen und ermutigt Ärzte, in dieser Woche ein besonderes Augenmerk auf die Schilddrüsen ihrer Patienten zu haben. Unterstützt wird dies von verschiedenen Pharma-Unternehmen, die den Ärzten Informationsmaterial zur Verfügung stellen.

Das soll es möglich machen, eventuelle Schilddrüsenerkrankungen schon früh zu erkennen. Solche Krankheiten sind in Deutschland alles andere als selten, jeder Dritte hat Veränderungen an dem Organ, das eines der wichtigsten Steuerelemente für den Stoffwechsel ist. Meist fehlen aber eindeutige Symptome, so dass Schilddrüsenprobleme erst spät diagnostiziert werden.

Die Schilddrüse stellt verschiedene Hormone her, die für den Stoffwechsel (vor allem Energiestoffwechsel und Knochenaufbau) eminent wichtig sind. Die Menge der hergestellten Hormone richtet sich nach dem Bedarf.

Dazu braucht die Schilddrüse Jod, das mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Jodmangel ist die häufigste Ursache für Schilddrüsenerkrankungen, etwa die Vergrößerung zu einem Kropf (Fachbegriff: Struma). Er kann, muss aber nicht von einer Funktionsstörung begleitet werden. Allerdings kann auch eine zu hohe Jod-Zufuhr die Gesundheit gefährden.

Liegt eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) vor, werden zuviel Hormone hergestellt. Es kommt unter anderem zu Symptomen wie Zittern, Gereiztheit, Gewichtsverlust (trotz vermehrter Nahrungsaufnahme, erhöhter Körpertemperatur, Muskelschwäche und Osteoporose.

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) werden entsprechend zu wenige Hormone produziert. Deswegen verlangsamt sich der gesamte Stoffwechsel. Die typischen Symptome sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme, niedriger Blutdruck und auch Depressionen.

Schilddrüsenknoten kommen bei rund einem Viertel aller Erwachsenen vor. Sie werden aufgeteilt in “kalte” und “heiße” Knoten, je nachdem, wieviel radioaktives Material, etwa Jod, sie aufnehmen. Kalte Knoten nehmen wenig, heiße Knoten viel der betreffenden Substanz auf. Die Menge des radioaktiven Elements entscheidet die Sichtbarkeit des Knotens bei der Untersuchung.

Kalte Knoten bilden wenig oder gar keine Schilddrüsenhormone. Schnelles Wachstum wird als ein Zeichen für Bösartigkeit gedeutet. Ein heißer Knoten bildet die Schilddrüsenhormone, hat sich aber von der Schilddrüse “abgenabelt”, arbeitet also sozusagen nicht mehr in ihrem Auftrag. Knoten – und auch Kropf – können erste Hinweise auf den Schilddrüsenkrebs sein, bei dem die Schilddrüse vollständig entfernt werden muss. Glücklicherweise ist Schilddrüsenkrebs eine der selteneren Krebsarten.

Mehr Informationen rund um die Schilddrüse bietet auch das Forum Schilddrüse.


 

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