Wer gut zu Fuß ist, lebt länger

Mit den Jahren wird man langsamer, das ist bekannt. Genauso bekannt: Für manche Menschen trifft das mehr zu als für andere, sei es nun wegen Krankheiten, Verletzungen oder einfach aus einer gewissen Veranlagung heraus. Das Langsamerwerden gilt für vieles, sowohl körperliche als auch geistige Vorgänge. Nun haben US-Wissenschaftler aber herausgefunden, dass die Gehgeschwindigkeit im Alter von 65 Jahren ein guter Indikator dafür ist, welche Lebenserwartung man wahrscheinlich noch hat.

Forscher von verschiedenen Universitäten und medizinischen Einrichtungen haben eine Meta-Analyse durchgeführt, also eine Untersuchung verschiedener anderer Untersuchungen. Insgesamt begutachteten sie neun verschiedene Studien mit insgesamt rund 35.000 Teilnehmern höheren Alters (65 Jahre und älter), also einer durchaus repräsentativen Zahl. Alle Studien erfassten zu Beginn die Gehgeschwindigkeit und beobachteten dann die Teilnehmer zwischen 9 und 35 Jahre.

Es erwies sich, dass die Gehgeschwindigkeit und die Lebenserwartung in allen Altersgruppen zusammenhingen. Fitte 65-jährige Frauen, die mit einer Geschwindigkeit von 5,7 km/h oder 1,6 Millimeter pro Sekunde  davonmarschierten (fitte Frauen), sehen noch 43 weiteren Jahren entgegen, gleichaltrige Männer, die 0,2 Millimeter pro Sekunde schaffen (immobile Männer), haben eine Lebenserwartung von nur noch acht zusätzlichen Jahren.

Je älter die Teilnehmer sind, desto geringer werden die Unterschiede in der Lebenserwartung, und auch die Unterschiede zwischen fitten und unfitten bzw. immobilen Menschen werden geringer.

Besonders interessant sind laut einem Artikel in der Ärztezeitung auch die Überlebensraten über zehn Jahre: Von den fitten 75-jährigen Männern lebten nach zehn Jahren noch 87 Prozent, von den immobilen Männern nur noch 19 Prozent (bei Frauen: 91 bzw 35 Prozent).

Die Leiterin der Analyse, Dr. Stephanie Studenski, hält es für wahrscheinlich, dass die Gehgeschwindigkeit der Senioren die allgemeine körperliche Fitness und die Beeinträchtigung durch Krankheiten widerspiegelt und daher einen Schluss auf die Lebenserwartung zulässt.


 

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